Ich betrachte diese Analyse zur russischen soft power mit Blick auf Identitäten als eher begrenzt gültig. Die Autorin führt selbst aus, das Konzept der “Russki Mir” war eher bei den Gegnern Russlands als seinen Befürwortern bekannt.
Ich glaube im Gegensatz zur Autorin, Russlands soft power war gescheitert, weil es für die Mehrzahl der Ukrainerinnen und Ukrainer keine attraktiven Elemente enthielt (kulturell, politisch, ökonomisch, praktisch rechtlich). Das war für die ehemaligen Bewohner der Sowjetunion vielleicht noch anders, aber umso mehr diese aus demografischen Gründen an Einfluss verloren, desto stärker stand Russland auf verlorenen Posten.
Letzendlich hat sich ja die dahinter vermutete imperiale Zielsetzung auch bestätigt. Ohne Aufarbeitung seiner imperialen Vergangenheit wird wohl Russland keine soft power in seiner näheren räumlichen Umgebung erlangen.
Vielen Dank für Ihren Kommentar! Wie Sie richtig erkannt haben, hat Russlands Soft Power in seiner Nachbarschaft in der Tat wenig Attraktivität generieren können. Die nicht aufgearbeitet imperiale Vergangenheit ist dabei sicherlich ein Element, das nicht vor der Hand zu weisen ist. Zumal das Russkij Mir-Narrativ die kulturelle Einzigartigkeit Russlands in den Vordergrund stellte.
Deswegen, wie die Autorin auch schreibt, war Russlands Diskurs nur “von denjenigen Mitgliedern der ukrainischen politischen Elite und Öffentlichkeit akzeptiert wurde, die dem Narrativ „Ukraine als alternatives Europa” anhingen.
Ein anderes Manko war, dass Russlands Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell schlichtweg nicht besonders reizvoll war und ist.
Das größte Problem mit der russischen Soft Power war jedoch strategischer Natur. Sie priorisierte sofort sichtbare Ergebnisse statt langfristiger Wirkung. Es ging darum, mittels Veranstaltungen die eigene Kultur zu vermarkten und nicht darum, den Partnern Aufmerksamkeit zu schenken, sie zu respektieren und sich an ihren Bedürfnisse zu orientieren. Dazu empfehle ich diesen kritischen Text der russischen Soft Power-Expertin Natalia Burlinowa: https://te.ma/art/jkveph/softpower-ukraine-russland-beziehungen/
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Ich betrachte diese Analyse zur russischen soft power mit Blick auf Identitäten als eher begrenzt gültig. Die Autorin führt selbst aus, das Konzept der “Russki Mir” war eher bei den Gegnern Russlands als seinen Befürwortern bekannt.
Ich glaube im Gegensatz zur Autorin, Russlands soft power war gescheitert, weil es für die Mehrzahl der Ukrainerinnen und Ukrainer keine attraktiven Elemente enthielt (kulturell, politisch, ökonomisch, praktisch rechtlich). Das war für die ehemaligen Bewohner der Sowjetunion vielleicht noch anders, aber umso mehr diese aus demografischen Gründen an Einfluss verloren, desto stärker stand Russland auf verlorenen Posten.
Letzendlich hat sich ja die dahinter vermutete imperiale Zielsetzung auch bestätigt. Ohne Aufarbeitung seiner imperialen Vergangenheit wird wohl Russland keine soft power in seiner näheren räumlichen Umgebung erlangen.
Vielen Dank für Ihren Kommentar! Wie Sie richtig erkannt haben, hat Russlands Soft Power in seiner Nachbarschaft in der Tat wenig Attraktivität generieren können. Die nicht aufgearbeitet imperiale Vergangenheit ist dabei sicherlich ein Element, das nicht vor der Hand zu weisen ist. Zumal das Russkij Mir-Narrativ die kulturelle Einzigartigkeit Russlands in den Vordergrund stellte.
Deswegen, wie die Autorin auch schreibt, war Russlands Diskurs nur “von denjenigen Mitgliedern der ukrainischen politischen Elite und Öffentlichkeit akzeptiert wurde, die dem Narrativ „Ukraine als alternatives Europa” anhingen.
Ein anderes Manko war, dass Russlands Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell schlichtweg nicht besonders reizvoll war und ist.
Das größte Problem mit der russischen Soft Power war jedoch strategischer Natur. Sie priorisierte sofort sichtbare Ergebnisse statt langfristiger Wirkung. Es ging darum, mittels Veranstaltungen die eigene Kultur zu vermarkten und nicht darum, den Partnern Aufmerksamkeit zu schenken, sie zu respektieren und sich an ihren Bedürfnisse zu orientieren. Dazu empfehle ich diesen kritischen Text der russischen Soft Power-Expertin Natalia Burlinowa: https://te.ma/art/jkveph/softpower-ukraine-russland-beziehungen/